Teilprojekt Lohrtal

Landkreis Main-Spessart

 

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Fläche vor der Beweidung                                Fläche während der Beweidung                      Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula)

 

2007 wurde von der Stadt Lohr im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme nahe der Roten Mühle eine Fichtenmonokultur entfernt und an dieser Stelle ein Feuchtbiotopkomplex angelegt. In und um die Tümpel und Gräben stellte sich bald eine hochwertige Flora und Fauna ein u.a. 8 verschiedene Amphibien- und Reptilienarten und 20 verschiedene Libellenarten. Davon profitierten wiederum Vögel, wie der dort brütende Neuntöter und durchziehende Braunkehlchen.

Durch ihre ökologische Ausstattung und die Lage im unteren Lohrtal besitzt die Fläche eine hohe Bedeutung für den Verbund von Feuchtbiotopen zwischen Maintal und Spessart.

 

Handlungsbedarf:

Im dritten Jahr nach der Rodung haben sich bereits auf weiten Bereichen um die Tümpel Brombeersträucher, Birken und Erlen ausgebreitet. Der offene und strukturreiche Charakter der Fläche sowie die Besonnung der Gewässer drohen ohne gezielte Pflege bald verloren zu gehen - und damit auch die Eignung für z.B. die meisten Libellenarten.

 

Maßnahmen:

Um die Bereiche langfristig offen zu halten, wurde eine Ziegenbeweidung durch den benachbarten Schäfer Müller vermittelt. Seine Ziegen sind wegen ihrer Geländegängigkeit und dem effektiven Gehölzverbiss optimal geeignet und die Betreuungsmöglichkeiten durch die Nähe zu seinem Hof sind denkbar günstig.

 

Die Stadt Lohr hat daher bereitwillig die Einrichtung der Weidefläche finanziert und möchte im Rahmen eines Pflegevertrages dort langfristig mit dem Schäfer zusammenarbeiten. Die Ziegenbeweidung ist gegenüber einer manuellen Pflege wesentlich günstiger, die Fläche wird neben ihrer Naturschutzfunktion nun auch sinnvoll landwirtschaftlich genutzt und auch die Fußgänger und Radfahrer haben ihre Freude an den vierbeinigen Landschaftspflegern.

Die Auswirkungen auf Flora und Fauna werden im Rahmen eines Monitorings beobachtet. Eine erste Beweidungsphase ist äußerst positiv verlaufen. Die Tümpel wurden dabei weder durch Kot noch durch Vertritt beeinträchtigt, Brombeeren und Erlen dagegen stark verbissen.

 

Die Stadt Lohr will die positiven Erfahrungen nun auf weitere Rodungsflächen im Lohrtal übertragen. Zudem soll 2011 mit dem Grünlandprojekt besprochen werden, wie große Ausgleichsflächen bei Halsbach durch Beweidung gepflegt bzw. genutzt werden können. Ein interessierter Landwirt scheint bereits gefunden.

 

Weitere Bilder des Teilprojektes

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Elektrozaun der Ziegenweide                                                             Ziegenbock

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Vierbeinige Landschaftpfleger bei der Arbeit

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Braunkehlchen (Saxicola ruberta)                                                     Sumpfschrecke (Stethophyma grossum)

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Plattbauch (Libellula depressa)                                                          Vierfleck (Libellula quadrimaculata)

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Große Königslibelle (Anax imperator)                                                Laichkolonie des Grasfroschs (Rana temporaria)

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Fadenmolch (Triturus helveticus)                                                      Bergmolch (Triturus alpestris)

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Projektvorstellung mit dem Umweltausschuss der Stadt Lohr            Hufeisen-Azurjungfern (Coenagrion puella) und Sumpfquendel

(Peplis portula)

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Schäfer Müller verteilt nach der Projektvorstellung leckere Ziegenbratwürste