| Teilprojekt Kaltenbachgrund |
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Moorbereich mit Seggenbulten Moorschnucken auf der Weide Feuriger Perlmuttfalter (Agrynnis adippe)
Der schmale, offene Talgrund der Elsava oberhalb von Mespelbrunn (Ortsteil Hessental) wird Kaltenbachgrund genannt. Entlang des klaren Bachlaufs finden sich wertvolle Borstgras- und Pfeifengraswiesen und sogar Moorbereiche mit Torfmoos, Sumpfveilchen, Binsen und Wollgras. Hier leben u.a. verschiedene Libellen- und Schmetterlingsarten, Eisvogel und Bergeidechse. Ein Teilbereich des früher aufwändig bewässerten und gemähten Talgrunds wurde erst kürzlich von einer Fichtenmonokultur befreit.
Handlungsbedarf: Der schmale Wiesengrund lag bis 2011 fast vollständig brach und wäre ohne lenkende Eingriffe bald wieder mit Weidengebüschen und Bäumen zugewachsen. Eine Offenhaltung durch Landschaftspflegemaßnahmen wäre auf Dauer nicht finanzierbar, eine landwirtschaftliche Nutzung aufgrund der schlechten Befahrbarkeit und Futterqualität normalerweise kaum interessant.
Maßnahmen: Die besonderen Standortverhältnisse erfordern eine besondere Nutzung. Das Grünlandprojekt hat deshalb in Abstimmung mit den zuständigen Ämtern, der Gemeinde Mespelbrunn und heimischen Tierhaltern ein Beweidungskonzept für Moorschnucken entwickelt und umgesetzt. Moorschnucken sind weiße Schafe aus den Moorgebieten Niedersachsens, die mittlerweile auch in Landschaftspflegeprojekten anderer Gegenden eingesetzt werden, um Grünland mit hohem ökologischem Wert aber sehr geringem Futterwert zu erhalten. Die Schafrasse ist leicht, an die Fortbewegung in moorigem Gelände gut angepasst und frisst bevorzugt Binsen, Seggen, Pfeifengras, Heidekraut und sogar Moose. Der Fleischertrag ist denkbar gering. Das Fleisch gilt jedoch wegen seines wildartigen Geschmacks als Delikatesse. Ein paar Ziegen sollen zusätzlich für den nötigen Gehölzverbiss sorgen. Seit 2011 beweiden die ersten Moorschnucken nun in einer ansehnlichen Festzaunkoppel mit Unterstand den Talraum. Im März 2012 werden die ersten eigenen Lämmer erwartet. Die ökologischen Auswirkungen der Beweidung werden im Rahmen eines Vegetations- und Tagfaltermonitorings beobachtet. Zudem soll ab Sommer eine Info-Tafel das Projekt und die Besonderheiten des Kaltenbachgrunds vorstellen. Das Projekt wird durch das Landratsamt Aschaffenburg, die Sparkasse Aschaffenburg-Alzenau und die Gemeinde Mespelbrunn gefördert.
Weitere Bilder des Teilprojektes
Ortstermin mit Bürgermeister, UNB und LPV zu Beginn der Planungen Bachlauf der Elsava
Bergeidechse (Zootoca vivipara) Raupe des Thymian-Widderchens (Zygaena purpuralis)
Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltoni) Große Goldschrecke (Chrysochraon dispar) Einkauf der Tiere bei der Schäferei Teerling in der Diepholzer Moorniederung Moorschnucken in ihrer alten... ... und in ihrer neuen Heimat
Großes Interesse bei der Projektvorstellung im August 2011 |







